Zwiespalt

Hallo zusammen,

kennt ihr das? Man denkt das, obwohl man es besser weiß. Man fühlt jenes, obwohl man sich denkt, lass es lieber sein. Man weiß jenes, aber alles fühlt sich anders an.

Irgendwo befindet sich ein schwarzes Loch, welches einfach nicht gefüllt werden kann. Das einzige was passiert, ist das Aufsagen und vernichten von allen Dingen um sich herum.

 

Eine runde, schwarze Masse, gefüllt von nichts. Und niemandem. Einfach ein Loch, ein Loch welches ins Nichts führt. Und jeder, der ihr zu nahe kommt, ist hoffnungslos verloren. Ich glaube das Prinzip ‚schwarzes Loch‘ kennen die Meisten. Doch was tut man, wenn man selbst eins ist? Wenn man sich fühlt wie eins? Wenn man Angst vor den Konsequenzen hat, welche sich mit der Masse ereignen. Es ist natürlich klar, dass jedes Handeln seine Konsequenzen hat. Doch was ist, wenn man für das Handeln nichts kann, wenn dies automatisiert geschieht? Wenn man es einfach nicht steuern kann, weil es entweder von dem Loch in einem oder von Angst gesteuert wird? Die Angst, dass den Menschen, denen man nahe steht, verletzt werden. Nicht einmal absichtlich oder wissentlich. Sondern dass man die Person verletzt, aufgrund der Angst. Die Angst, etwas falsch zu machen, die Angst die dann alles steuert. Und dann kommt der Zeitpunkt, den man unbedingt verhindern wollte. Man verletzt sie, mit der Angst. Denn aus der Angst resultieren Handlungen, Handlungen welche man nicht mehr steuern kann, da man sie nicht bewusst begeht. In dem einen Moment ist man noch überglücklich und dann kommen die Gedanken, die Ängste, irgendwas falsch zu machen. Und genau jetzt passiert es. Man macht alles falsch. Man sagt ein Wort, macht eine Geste, rollt mit den Augen. Und alles im falschen Moment und alles ist hinüber. Alles geht kaputt. Alles, was man sich immer wünschte, zerbricht.

 

Ein Meer aus Scherben liegt vor einem. Alle Träume liegen auf dem Boden, bis man erkennt. Man ist allein. Allein aufgrund von unrealistischen Handlungen, weil man an gewisse Dinge denkt, die längst vergangen und vergessen sind. Doch, vergessen sind sie nie. Vor allem nicht, wenn es beginnt, dass diese Gedanken und Handlungen, das eigene Leben zu bestimmen. Man möchte eine Zukunft, eine Zukunft mit dem Menschen, doch man kann es nicht zulassen. Wie auch? Man ist gefangen und gefesselt. Gefesselt in einem selbst. Man schafft es nicht, sich zu befreien. Man hat keine Chance dagegen anzukommen. Man weiß, man ist nicht allein und doch arbeitet alles darauf hin, dass man es wieder sein wird. Man wird es wieder sein, außer die Person um die es geht, weiß wie man damit umgehen soll. Doch, wer weiß das schon? Wer schafft das schon? Wer bekommt es hin, mit kaputten Menschen auszukommen? Sie zu lieben und sie zu akzeptieren, wie sie sind? Und, die wichtigste Frage, wer schafft es, seinen Platz zu behalten, ohne das die Person, von der schwarzen Masse vernichtet wird?

 

Wer kann es aushalten, er selbst zu bleiben obwohl es so schwer ist? Und wie sieht das ganze dann eigentlich aus? Wie fühlt es sich an? Und wie viel Stärke und Selbstbewusstsein muss man besitzen? Und lohnt es sich überhaupt irgendwas zu investieren? Lohnt es sich, in irgendwas zu bauen in der Hoffnung, dass es nie zu einer Situation kommt, dass ein falsches Wort reicht um alles zerbrechen zu lassen. Wie viel Selbstachtung muss man haben? Wie viel Geduld?

Sind das überhaupt die richtigen Anhaltspunkte? Oder kann man von vornherein sagen, dass es keinen Sinn macht? Hat man überhaupt die Möglichkeit, man selbst zu bleiben oder muss man sich anpassen? Anpassen und Rücksicht nehmen? Oder muss man einfach eine starke Hand haben, eine starke Hand, welche den kaputten Menschen führt? Oder ergibt das alles überhaupt keinen Sinn?

Muss es überhaupt einen Sinn geben? Und können solche Menschen überhaupt glücklich werden? Oder ist es vorbestimmt, allein zu sein? Ist es mir gegönnt, glücklich zu sein? Oder kann ich wirklich alles vergessen, weil es einfach sinnlos ist?!

 

Sinnlosigkeit kennt jeder, doch jeder hat andere Bezüge dazu. Und wenn dann alles, was einen glücklich machte, kaputt vor einem liegt, alles was man sich erträumte und man sich erhoffte, was tut man das? Sinnlose Sachen, statt dafür zu kämpfen, dass man es wieder zusammenkleben kann. In vielen Situationen ist das möglich, doch man lässt es einfach.

Man lässt es, entweder in der Hoffnung es regelt sich von allein, oder weil man es einfach abhakt und nicht mehr darüber nachdenkt. Man weiß wie schön es war, man weiß, dass es nie wieder so etwas geben wird. Man weiß, dass es nichts Vergleichbares geben kann. Aber man lässt es einfach sein. Wieso? Aus Angst. Aus Angst, es schlimmer zu machen. Aus Angst, alles zu verlieren, was man hatte. Aus Angst, dass die Erinnerungen und Situationen nichts mehr wert sind. Man möchte Menschen, die man liebt, nicht verletzen, aber noch weniger möchte man die Menschen zweimal verletzen. Man weiß nicht, was man machen soll. Und aus diesem Grund tut man einfach nichts.

 

Wenn man liebt, dann weiß man, dass man liebt. Und man weiß auch, wenn es die richtige Person ist. Man spürt es. Es kann natürlich sein, dass man das für den Moment denkt, man denkt, dieser eine Mensch ist das perfekte Gegenstück für mich. Und natürlich kann es sein, dass im weiteren Leben eine Person kommt, die man mehr liebt usw. Das kennt man ja. Aber, wenn man es schafft, dass man es allein schon bei einer Person fühlt, was sagt das dann aus? Reicht das Gefühl aus um zu wissen, dass die andere Person stark genug ist? Stark genug, einen auszuhalten? Stark genug um dem schwarzen Loch zu widerstehen? Stark genug, sich nicht zu ändern? Somit wäre es die richtige Person für einen. Eine Person, die es schafft mit einem klar zu kommen, egal wie man sich benimmt, egal welche Angst einen grad beherrscht, egal welche Gefühle einen gerade steuern. Die andere Person weiß dann, was zu tun ist, die andere Person weiß, wie sie damit umzugehen hat. Und die Person weiß, was Liebe ist.

 

Und man selbst…man selbst weiß, die Person…sie liebt mich.

 

 

–aracnafaria–

 

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