Konzentrationslager Sachsenhausen

Es war ein schöner Sonntag, es war warm, die Sonne schien. Also hatten wir beschlossen eine Fahrradtour zu machen.
Zwei Räder geschnappt und los ging es.
Ziemlich planlos, wir wussten selbst nicht, wo wir hinfahren wollten.
Haben unseren Weg dann aber gefunden und die schöne Landschaft genossen.
Genug trinken und Sonnencreme hatten wir dabei, also stand einem schönen Tag nichts mehr im Wege.

Von Berlin ging es raus ins Bundesland Brandenburg. Über Straßen, durch Wälder. Vorbei an der Autobahn und an S-Bahn-Gleisen.

Irgendwann sind wir in Oranienburg angekommen. Und wir haben beschlossen das KS Sachsenhausen zu besuchen.
Sachsenhausen war mir nie wirklich ein Begriff, klar ich kannte es, aber mir war es nicht so bekannt wie Auschwitz, Dachau oder Bergen Belsen.
Ich glaube auch, das sind so die bekanntesten.
Ich wusste auch nicht, dass Sachsenhausen so nah bei uns dran ist.

Das Konzentrationslager Sachsenhausen (kurz KZ Sachsenhausen) war ein ab 1936 eingerichtetes nationalsozialistisches deutsches Konzentrationslager. Es befand sich im Ortsteil Sandhausen der Stadt Oranienburg nördlich von Berlin.
Durch die Nähe zu Berlin und damit auch zur Gestapozentrale in der Prinz-Albrecht-Straße hatte dieses Lager eine Sonderrolle im KZ-System. Ein großes SS-Kontingent war hier stationiert. Das Lager diente als Ausbildungsort für KZ-Kommandanten und das Bewachungspersonal im ganzen NS-Machtbereich (ähnlich wie das KZ Dachau). Insgesamt wurden etwa 200.000 Häftlinge nach Sachsenhausen deportiert, nur etwa 140.000 davon wurden registriert. Im August 1941 wurde eine Massenerschießungsanlage errichtet, in der etwa 13.000 bis 18.000 sowjetische Kriegsgefangene ermordet wurden. Insgesamt sollen mehrere zehntausend Häftlinge ermordet worden sein.

Wir haben unsere Fahrräder angeschlossen und haben die Gedenkstätte betreten. Schnell eine Lageplan gekauft und dann ging es auf das Gelände.
Ich war zuvor noch nie auf dem Gelände von einem Konzentrationslager. Wollte aber immer mal eins besuchen. Nicht weil mich die ganze Thematik fasziniert, sondern weil ich das ganze einfach mal mit den eigenen Augen sehen wollte.
Klar, man kennt die ganzen Geschichten aus Filmen oder Büchern. Aber wenn man selbst vor Ort ist, ist es noch einmal etwas anderes.
Wir haben also das Gelände betreten, schon das Tor zeigte den typischen Spruch. KZ Sachsenhausen Man bekam auch sofort ein einzigartiges, beklemmendes Gefühl als man durch das Tour das Gelände betrat.
Viele Baracken stehen auf dem Gelände nicht mehr, die Standorte sind aber gut gekennzeichnet, sodass man sich sehr gut vorstellen kann, wie es dort einmal ausgesehen haben mag.
Die Gebäude die vorhanden sind, kann man betreten. In den Gebäuden sind verschiedene Ausstellungen untergebracht.
Teilweise kann man auch erkennen, aber nicht einmal ansatzweise erahnen, wie die Menschen dort untergebracht waren.  Natürlich kann man sich vorstellen, wie schrecklich und grausam es in einem KZ gewesen sein muss, wobei…eigentlich kann man das nicht. Wenn man das ganze dann aber mit seinen eigenen Augen sieht, wird einem ganz anderes.
Vor allem weil ich bis heute nicht verstehe (wenn man das überhaupt kann) wie Menschen zu so etwas fähig sein können.
Zum Glück ist diese Zeit vorbei und kommt hoffentlich auch nie wieder.

Wir haben weiter das Gelände ausgekundschaftet und haben die Gebäude betreten um uns ein Bild vom ganzen Komplex zu machen.

Ich muss sagen, ich bin froh, dass wir dort gewesen sind. Und ich empfehlen auch jedem, diese Orte einmal zu besuchen. Vielleicht lernen die Menschen ja einmal daraus…

–aracnafaria–

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