Ersatztermin

Hallo zusammen,

irgendwie ist es doch komisch, wie die Zeit vergeht und was die Zeit mit einem so anrichtet. Es ist komisch, was die Zeit einem nimmt und einem gibt. Es ist komisch, dass Zeit alles verändert. Und dennoch gewöhnen wir uns daran. Wir gewöhnen uns an Veränderungen und wir gewöhnen uns an das, was uns bleibt. Doch eigentlich bleibt uns nichts. Doch bis wir das begreifen, ist eine große Lücke entstanden, die wir versuchen zu füllen.

Wir versuchen diese Lücke zu füllen, egal womit. Wir nehmen einfach das was wir finden. Momente, Gefühle, Erinnerungen. Wir versuchen es mit Hilfen, wie Musik, Bildern, Texten.
Manchmal versuchen wir auch die Lücke mit Liebe zu füllen, was eigentlich nie funktioniert, denn eine Person kann eine andere nicht ersetzen. Doch das ist etwas, was wir nicht in unser Hirn bekommen werden. Wir werden immer weiter und immer wieder, bis an unser Lebensende, versuchen Lücken zu füllen um am Ende zu merken, dass dadurch nur noch größere Lücken entstanden sind und unsere Erinnerungen und Gefühle entweder nur Lug und Trug waren oder alles in einem Scherbenhaufen vor uns liegt. In den letzten Sekunden unseres Seins sehen wir ein, was wir falsch gemacht haben, doch uns bleibt keine Zeit mehr es zu ändern.

Wir lernen früh, was es heißt zu leben. Denn leben heißt verlieren. Wir lernen früh wie es ist, allein zu sein. Denn im Grunde lebt man nur für sich selbst. Wir lernen früh, wie es ist, angelogen zu werden, und man lernt früh, selbst zu lügen. Man lernt früh, dass es ein Spiel ohne Regeln ist und man verloren hat, sobald man geboren wurde. Denn worauf spielt das Leben an? Was kommt danach? Ein Nichts, der Tod. Nichts kann daran etwas ändern, egal wie gesund wir leben, oder was wir uns zumuten, irgendwann muss jeder gehen. Wieso also nach den Regeln leben, wieso nicht über die Strenge schlagen? Wieso muss ich alles langsam tun, statt endlich anfangen zu leben, alles überstürzen? Denn ist es nicht die Hauptsache, dass es mir gut geht? Das ich weiß, wofür ich lebe? Das mein Leben einen Sinn macht? Für mich?

Wieso soll ich also zum Beispiel jahrelang eine glückliche Beziehung führen und dann erst mit meinem Partner zusammenziehen? Wieso nicht gleich? Weil die Gefahr besteht, dass es nicht funktioniert? Ja, gut. Aber, die Gefahr besteht auch nach dreißig Jahren Ehe. Wieso also warten und vor allem worauf?

Ich will es jetzt. Jetzt und sofort. Und es wird kein Fehler sein, denn mein Leben ist kein Fehler. Nicht für mich.

–Aracnafaria–

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